Lebensraum Rauchbeinschule

Schulkonzept „Berufliche Orientierung“

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Die Rauchbeinschule bereitet die Schülerinnen und Schüler auf eine sich ständig verändernde Berufs- und Arbeitswelt vor. Die Schülerinnen und Schüler werden ganzheitlich und nachhaltig in den fachlichen, personalen und sozialen Kompetenzen gefördert.

Inhaltlich orientiert sich die berufsorientierte Qualifizierung der Schülerinnen und Schüler am Bedarf der Betriebe und Firmen im Raum Schwäbisch Gmünd. Hervorzuheben sind die große Anzahl der metallverarbeitenden Betriebe (Automobilzulieferer), das Gesundheitswesen (Sozial-pflegerische Berufe), der Handel und die Vielfalt handwerklicher Klein- und Mittelbetriebe.

Die Umsetzung des Konzepts basiert auf der engen Zusammenarbeit aller beteiligten Lehrkräfte, der Berufseinstiegbegleiter, der Schulsozialarbeit, der Eltern, der Agentur für Arbeit und den Vertretern der Firmen und Betriebe.

Das Angebot der Rauchbeinschule
• Individuelle Förderung in Deutsch und Mathematik
• Gezielte Förderung der fachlichen Kompetenzen für handwerkliche, sozial-pflegerische und kaufmännische Berufsfelderfelder
• Praktika bei den Bildungspartnern und anderen Betrieben, Firmen etc.
• Förderung der personalen und sozialen Kompetenzen (Softskills) durch sozial- und erlebnispädagogische Maßnahmen
• Kooperation mit den Eltern
• Beratung der Schüler und Eltern
• Schülerfirmen

Abschlüsse an der Rauchbeinschule
• Die Rauchbeinschule bietet den Hauptschulabschluss und den Werkrealschulabschluss (Mittlerer Bildungsabschluss) an
• Der Hauptschulabschluss kann in Klasse 9 oder in Klasse 10 abgelegt werden.
• Der Werkrealschulabschluss wird in Klasse 10 abgelegt

Anschlüsse nach der Rauchbeinschule
• Nach Klasse 9: Übergang in ein duales Ausbildungsverhältnis
• Nach Klasse 9 bei entsprechender Qualifikation: Übergang an die einjährige oder zweijährige Berufsfachschule (BFS)
• Nach Klasse 10: Übergang in ein duales Ausbildungsverhältnis
• Nach Klasse 10: bei entsprechender Qualifikation Möglichkeit des Übergangs in ein Berufskolleg oder ein berufliches Gymnasium

Die Rauchbeinschule qualifiziert primär für den Übergang in ein duales Ausbildungsverhältnis, das entweder den Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife voraussetzt.

Unterstützungssysteme an der Rauchbeinschule
• Förderung durch zusätzlichen Unterricht im Ganztag
• Schulsozialarbeit
• Berufseinstiegsbegleiter
• Bildungspartnerschaften
• Pädagogischer Assistent
• Coaching durch Lehrer

Umsetzung der beruflichen Orientierung in Klasse 7 bis Klasse 10

Seit dem Schuljahr 2012 / 2013 wird allen Schülern der Rauchbeinschule ermöglicht das 10. Schuljahr ohne Notenhürde zu besuchen. Die Schüler haben die Option den Hauptschulab-schluss in der 9. Klasse oder in der 10. Klasse zu erwerben. Dies hat für das Konzept der beruflichen Orientierung zur Folge, dass viele Schüler die 10. Klasse besuchen werden, dass sich die Anzahl und der Umfang der Praktika verändern werden und dass die Schülerinnen und Schüler intensiver auf die Berufswelt vorbereitet werden können. In dieser Übergangsphase wird sich das Aufgabenfeld der Berufseinstiegsbegleiter leicht verändern.

Im Schuljahr 2012 / 2013 werden folgende Maßnahmen durchgeführt:

Allgemein:
Struktur der beruflichen Praktika
Klasse 8: zwei Praktika Dauer: 5 Werktage.
Klasse 9: zwei Praktika Dauer: 5 Werktage.
Klasse 10: ein Praktikum Dauer: 5 Werktage.
Klasse 10: Tagespraktikum für die Schüler mit dem Ziel HS-Abschluss

Von den vier/fünf Praktika muss jeweils ein Praktikum in den drei Berufsfelder sozial-pflegerisch, gewerblich und kaufmännisch geleistet werden. Ein/zwei Praktika sind frei wähl-bar. Zwei der fünf Praktika werden in den Ferien absolviert.

Zusammenarbeit mit den Eltern:
Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist ein wichtiger Bestandteil der Berufsorientierung, deshalb werden die Eltern intensiv eingebunden. Monatlich findet eine offene Elternsprechstunde mit den Berufseinstiegsbegleitern und bei Bedarf mit den Klassenlehrern statt.
Des Weiteren wird ein vierteljährlicher Elterntreff gemeinsam mit der Schulsozialarbeit organisiert. An jedem Termin wird ein thematischer Bereich bearbeitet. Alle Eltern der 8. und 9. Klasse werden schriftlich zu diesem Treff eingeladen.

Klasse 7:
Teilnahme am Boys Day und am Girls Day.
Bei dieser Veranstaltung wird es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht geschlechteruntypische Berufe kennen zu lernen. Jungs schauen sich beispielsweise das Berufsbild des Erziehers an und Mädchen das Berufsbild der KFZ – Mechatronikerin. Die Schülerinnen und Schüler werden in Zusammenarbeit mit den Klassenlehrern auf dieses Ereignis intensiv vor-bereitet.

Vorbereitung und Durchführung der Kompetenzanalyse Profil AC
Am Ende des. 7. Schuljahres wird die Kompetenzanalyse Profil AC durchgeführt. Bei der Kompetenzanalyse wird getestet, welche Fähigkeiten in welchem Ausmaß vorhanden sind. Die Testung besteht aus verschiedenen Einzel- und Gruppenaufgaben. Die Ergebnisse werden mit den Klassenlehrern und dem Berufseinstiegsbegleiter beraten und individuelle För-dermaßnahmen eingeleitet.

Klasse 8

Betriebsbesichtigungen
Um den Schülern der Klasse 8 einen ersten Einblick in die Arbeitswelt zu gewähren, werden Betriebsbesichtigungen in Kleingruppen durchgeführt. Bei den Betrieben soll auf Betriebe zurückgegriffen werden mit denen eine Bildungspartnerschaft besteht.

Durchführung Interessenstest auf planet-beruf.de
Die Bundesagentur für Arbeit bietet auf der Internetplattform www.planet-beruf.de die Mög-lichkeit an einen Interessenstest durchzuführen. Bei diesem Interessenstest wird geschaut, welche Stärken und welche Schwächen jeder einzelne Schüler hat. Anhand dieser Stärken und Schwächen werden verschiedene Berufe vorgeschlagen, welche zu den Schülern pas-sen könnten. Die Testung erfolgt in Gruppen mit drei bis vier Schülern.

Unterstützung bei der Praktikumsplatzsuche
Alle Schüler der Klasse 8 müssen zwei Betriebspraktika absolvieren. Die Berufseinstiegsbe-gleitung unterstützt die Schüler bei der Suche nach einer passenden Praktikumsstelle.

Kompetenzfeststellung „hamet2“
Der hamet 2 (Modul 1) ist ein Testverfahren zur Überprüfung und Förderung handlungsorien-tierter Basiskompetenzen für Ausbildungsberufe mit manuellem Schwerpunkt. Es werden Fähigkeiten ermittelt, die im praktischen Teil einer Berufsorientierung hohe Bedeutung haben.
Die hamet 2 (Modul 1) – Testaufgaben lassen sich in sechs Faktoren ordnen. Damit können Aussagen zum Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler bezüglich der folgenden hand-lungsorientierten Basiskompetenzen gemacht werden:

• Routine und Tempo, Werkzeugeinsatz und Werkzeugsteuerung (einfach),
• Wahrnehmung und Symmetrie,
• Instruktionsverständnis und Instruktionsumsetzung,
• Werkzeugeinsatz und Werkzeugsteuerung (komplex)
• Messgenauigkeit und Präzision.

Bewerbungen verfassen
Den Schülerinnen und Schülern werden an Klasse 8 die Grundlagen eines Bewerbungs-schreibens vermittelt. Im weiteren Verlauf wird für jede Schülerin und für jeden Schüler eine individuelle Bewerbungsmappe erstellt.

Klasse 9

Unterstützung bei der Suche nach Praktikumsplätzen
In Klasse 9 werden zwei Praktika von jeweils einer Woche durchgeführt. Da wie bereits er-wähnt ein Großteil der Schüler die 10. Klasse besuchen wird, ist es wichtig, dass die Schü-lerinnen und Schüler den Bezug zur Arbeitswelt nicht verlieren. Ein Praktikum, in dem sich die Schülerin oder der Schüler bewährt, ist in vielen Fällen der Türöffner zu einer Ausbil-dungsstelle. Dies ist besonders bei kleinen Handwerksunternehmen zu beobachten. Um ge-rade schwachen Schülern eine Chance auf einen Ausbildungsplatz zu geben sind Praktika elementar wichtig.

Projekt „Ich und mein Beruf“
In einem Intensivkurs (Herbstferien) werden Schüler auf Vorstellungsgespräche vorbereitet. Videobasierte Reflexion über Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung, Kleidung, Sprache und Höflichkeitsformen sind wesentliche Inhalte.
Ein weiterer Bestandteil dieses Projekts soll die Stärkung des Selbstvertrauens und des Durchhaltevermögens sein. Dies soll durch verschiedene erlebnispädagogische Übungen und durch einen erlebnispädagogischen Tages- oder Mehrtagesausflug geschehen.

Hilfe bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz
Alle Schüler der Klasse 9, die Interesse an einer Ausbildung haben, werden von der Berufs-einstiegsbegleitung bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle, dem Erstellen von Bewer-bungsunterlagen und dem kompletten Bewerbungsverfahren unterstützt.

Einstellungstest
Im letzten Schuljahr war zu beobachten, dass viele Schüler Schwierigkeiten hatten, den von vielen Unternehmen geforderten Einstellungstest erfolgreich zu bestehen. Da mit der Einfüh-rung der Werkrealschule neue Berufe für die Schüler in Frage kommen, müssen die Schüler frühzeitig mit dem Training von Einstellungstests beginnen. Dies soll in der 9. Klasse in Gruppenarbeit geschehen. Jeder Schüler der eine Einladung zu einem Einstellungstest erhält, wird in einem Einzelcoaching darauf vorbereitet.

Durchführen von Infoveranstaltungen
Um den Schülern einen genauen Einblick in die Zukunftsmöglichkeiten zu geben ist es ge-plant verschiedene Experten u.a. der Beruflichen Schulen zu Infoveranstaltungen einzuladen. So ist es geplant Schüler von 9+2 einzuladen und einen Schüler, der ein Berufliches Gymnasium besucht. Des Weiteren werden Infoveranstaltungen zu verschiedenen Berufen durchgeführt.

Berufsberatung
Da viele Schüler der Klasse 9 das 10. Schuljahr besuchen werden, ist es sinnvoll, im 9. Schuljahr nochmals den Berufsberater der Agentur für Arbeit einzuladen. Da sich die Schüler zu Beginn des 10. Schuljahres bewerben werden, sollten Sie die aktuellsten Infos bekommen.